Ferienjobs – das ist erlaubt

Viele Unternehmen setzen auf junge Leute, die in den Ferien günstig Arbeiten übernehmen. Mit dabei sind auch gefährlichere Aufgaben. Doch der Gesetzgeber macht klare Vorgaben: „Im Jugendarbeitsschutzgesetz ist geregelt, unter welchen Bedingungen Kinder und Jugendliche arbeiten dürfen", macht DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte klar.

Folgende gesetzliche Rahmenbedingungen gelten:

• Ferienjobs sollten nur leichte Aufgaben umfassen, dazu zählen zum Beispiel Gartenarbeit, Zeitung austragen oder Botengänge. Schwere körperliche oder gefährliche Tätigkeiten sind für Jugendliche verboten. Auch mit Gefahrenstoffen hantieren oder Akkordarbeit ist untersagt.

• Offiziell dürfen Kinder bis einschließlich dem 14. Lebensjahr nicht arbeiten. Aber: Wenn die Eltern zustimmen, dürfen Kinder über 13 Jahre bis zu zwei, in der Landwirtschaft drei Stunden täglich zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten.

• Für Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren gibt es weniger Einschränkungen: „Aber das heißt nicht, dass alles erlaubt wäre", macht DGB-Expertin Manuela Conte klar. "Schulpflichtige dürfen nicht länger als vier Wochen im Jahr in den Ferien jobben. Sie sind in erster Linie zur Erholung da."

• Die Arbeitszeit von acht Stunden am Tag und 40 Stunden die Woche darf nicht überschritten werden, auch nicht der Arbeitszeitraum zwischen 6 bis 20 Uhr. Ausnahmen gelten für Schülerinnen und Schüler, die bereits 16 Jahre alt sind. „Sie dürfen z. B. in Gaststätten bis 22 Uhr und in Mehrschicht-Betrieben bis 23 Uhr arbeiten, allerdings nicht an Wochenenden," erklärt Expertin Manuela Conte. Ausnahmen gelten zum Beispiel bei Sportveranstaltungen.

• Genau geregelt sind zudem die Pausenzeiten. Wer viereinhalb bis sechs Stunden am Tag arbeitet, hat Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause. Bei mehr als sechs Stunden sind es 60 Minuten.

Unternehmen müssen keinen Mindestlohn zahlen
Ferinjobber unter 18 Jahren haben keinen Anspruch auf den Mindestlohn kritisiert Manuela Conte: „Auch Ferienjobs müssen fair bezahlt werden. Zwar sind keine Beiträge zur Sozialversicherung fällig, Steuern jedoch schon, wenn der Lohn über dem monatlichen Lohnsteuerfreibetrag von 735 Euro brutto liegt", sagt Conte. Dabei werden die Steuern normalerweise im nächsten Jahr erstattet, wenn man beim Finanzamt einen Antrag stellt. Dafür benötigt der Arbeitgeber in jedem Fall die elektronische Lohnsteuerkarte – auch die erhält man beim Finanzamt.
Ferienjobber über 18 Jahren haben mit dem Mindestlohngesetz hingegen Anspruch auf 8,84 Euro je Stunde. Das gilt auch, wenn der Ferienjob als geringfügige Beschäftigung (bis zu 450 Euro/Monat) ausgeübt wird. Bei Geringfügigkeit dürfen maximal 51 Stunden im Monat gearbeitet werden.

Ein Vertrag ist Pflicht für Ferienjobber
„Auf jeden Fall sollte jede Schülerin und jeder Schüler nur mit einem Vertrag in der Hand einen Ferienjob beginnen. Der muss vorher abgeschlossen werden und ganz klar Aufgaben, Arbeitszeiten und den Lohn regeln", rät die DGB-Expertin Manuela Conte. Gerade beim Thema Stundenlohn sollten Ferienjobber genau hinsehen.

Ferienjobber sind versichert
„Schülerinnen und Schüler sind während ihres Ferienjobs bei der Unfallversicherung des Arbeitgebers versichert", sagt Manuala Conte. Dieser Schutz beginnt ab dem ersten Arbeitstag und gilt auch für den Weg zur Arbeit und zurück nach Hause.

Bild: Agentur Tillmanns; Quelle: DGB-Bundesjugend
 
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